"Nach der Scheidung von meinem Mann musste ich plötzlich selber das Geld verdienen. Als Erzieherin habe ich zwar trotz langer Familienpause wieder eine Stelle gefunden, aber die schlechte Bezahlung macht es schwer, eine Familie zu ernähren."
(Alleinerziehende Erzieherin, 33 Jahre, Tochter ist vier Jahre alt)
"Ich habe nach der Ausbildung zur Krankenschwester Medizin studiert. Dadurch ist mein Einkommen natürlich höher. Mein Mann übernimmt bei den Kindern schon viel. Sonst würde das gar nicht gehen. Wir finden das normal, viele andere sind deswegen irritiert."
(Ärztin, 39 Jahre, verheiratet mit einem Physiotherapeuten, drei Kinder)
"Als Leiharbeiter war mein Freund schon öfter arbeitslos. Verlässlich ist nur mein Einkommen für unsere Familie. Leider gilt das nicht für meine Arbeitszeiten. Die sind eigentlich jede Woche anders und mitreden kann ich da auch nicht. Familienfreundlichkeit sieht anders aus."
(Beschäftigte im Einzelhandel, 41 Jahre, verheiratet, zehnjähriger Sohn)
"Mein Chef setzt gerne mal Besprechungen nach 17 Uhr an. Als Führungskraft wird von mir Erreichbarkeit rund um die Uhr verlangt. Dass ich Familienernährerin bin und nach meinem Job zwei Jungs zu bändigen habe, interessiert da nicht. Mein Chef hat dafür ja seine Frau."
(Führungskraft im Öffentlichen Dienst, alleinerziehend, 52 Jahre, 2 Söhne)