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Gemeinsam gute Arbeit und gleiche Chancen schaffen in Ulm!


Unter dem Titel „Gemeinsam gute Arbeit und gleiche Chancen schaffen“, lud das DGB-Projekt „Familienernährerinnen“ am 18. Juli 2013 zu einem Qualifizierungsseminar für Betriebs- und Personalräte, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte und Gewerkschafter/innen nach Ulm ein. Neben dem Großteil der Teilnehmerinnen aus der öffentlichen Verwaltung sowie aus Gewerkschaftskreisen, setzten sich die Teilnehmerinnen aus betrieblichen Interessenvertreterinnen aus Einzelhandel, Verkehr, Medien und Fahrzeugbau zusammen. Im Seminar stand die besondere Situation von Beschäftigten mit Fürsorgeverantwortung im Allgemeinen und von Hauptverdienerinnen im Besonderen im Fokus. Ziel war es, für das Thema „Familienernährerinnen“ zu sensibilisieren und gemeinsam betriebliche Lösungen und Strategien zu entwickeln. Im Laufe des Seminars wurden den Teilnehmerinnen verschiedene Strategie- und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, aus denen eigene Zielvorstellungen für die Gestaltung familienfreundlicher und lebenslauforientierter Arbeitszeiten erarbeitet werden sollten. Um einen hohen Erkenntnisgewinn für alle Teilnehmerinnen zu erzielen, wurde im Seminar verstärkt, durch Diskussionen und Arbeitsgruppen, auf den Austausch untereinander gesetzt.

Nach zwei Vorträgen zur Arbeits- und Lebenssituation von Familienernährerinnen sollten sich die Teilnehmerinnen, mit dem Ziel dem Thema näher zu kommen, die Situation einer Familienernährerin bzw. ihre eigenen Situation als Hauptverdienerin einschätzen. Einige Teilnehmerinnen empfanden die Doppelbelastung durch Familie und Beruf sowie das schlechte Gewissen gegenüber der Familie auf der einen und Kolleg/innen und Arbeitgeber/innen auf der anderen Seite als schwierig.

 

Demgegenüber standen Frauen, welche besonders die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ihres beruflichen Status schätzten, jedoch welche auch Erfahrungen mit einer zunehmenden Belastung durch die Arbeitslosigkeit des Partners hatten. Bemerkenswert dabei war: in den Betrieben wird mit dem Thema ganz unterschiedlich umgegangen - in einigen Betrieben werden die Herausforderungen der Familienernährerinnen thematisiert, in einigen überhaupt nicht.

Der zweite Teil des Seminars widmete sich bewusst dem Austausch untereinander, weshalb in Kleingruppen mit vier bis sechs Personen diskutiert wurde. Thematisiert wurden dabei unter anderem betriebliche Kennziffern zur Vereinbarkeitssituation, die Anwesenheits- und Erreichbarkeitskultur in Betrieben sowie lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle. In den Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmerinnen über die Situation in ihren Betrieben und bisher verfolgte Projekte oder Regelungen aus. Überdies wurde zum Nachdenken angeregt, an welchen Stellen weiterer Handlungsbedarf besteht und welche Ziele konkret verfolgt werden sollten.

Ganz im Sinne der Roadmap des Projekts wurde am Ende des Seminars darüber diskutiert, inwieweit es die Teilnehmerinnen für möglich halten, ob sich Rollenmuster ändern werden oder eher nicht und damit Familienernährerinnen ggf. eine Entlastung im Bereich der Fürsorge- und Hausarbeit herbei geführt wird. Die Mehrheit stimmte klar dafür, dass die traditionellen Rollenstereotype aufbrechen werden: Familienernährerinnen stiften Irritation! Immer mehr Frauen fordern ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt ein und viele Männer wollen zugleich mehr Zeit für die Familie haben.

Was muss sich ändern? Viele der Teilnehmerinnen waren sich einig, dass das Thema „Familienernährerinnen“ einen stärkeren Fokus im Betrieb, der Gesellschaft und Politik verdient. Insbesondere auf Grund der Tatsache, dass sich Frauen mit der finanziellen Hauptverantwortung ihres Status als Familienernährerin nicht bewusst sind. Zwar sei auch die Politik in der Verantwortung, allerdings können und müssen Lösungen bereits im Betrieb ansetzen, da man mit kleinen Maßnahmen bereits große Erfolge erzielen kann. Viele Teilnehmerinnen versicherten das Thema in der nächsten Betriebsratsitzung aufzugreifen oder ihren Vorgesetzten darauf aufmerksam zu machen.


 
 

 
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