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Gemeinsam gute Arbeit und gleiche Chancen schaffen in Bremen!

 

Erneut fand unter dem Titel „Gemeinsam gute Arbeit und gleiche Chancen schaffen“ ein zweites Qualifizierungsseminar des Projekts „Familienernährerinnen“ am 03. September 2013 in Bremen statt.
Die TeilnehmerInnen setzten sich vorwiegend aus Gleichstellungsbeauftragten und Betriebs- sowie Personalrätinnen zusammen. Der Großteil kam dabei aus den Bereichen der öffentlichen Verwaltung sowie der Interessensvertretung.

Ziel des Seminars war es zum einen für das Thema Familienernährerinnen zu sensibilisieren und ein Bewusstsein für die Arbeits- und Lebenssituation von Hauptverdienerinnen zu schaffen, zum anderen gemeinsam in Kleingruppen Lösungsansätze zur Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen für Frauen im Allgemeinen und Familienernährerinnen im Besonderen zu entwickeln.

Neben den Vorträgen gab es viel Raum für Diskussionen: Vornehmlich ging es dabei um die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, sich selbst und ihre Familie finanziell eigenständig absichern zu können und um die Doppelbelastung der Familienernährerinnen durch die Anforderungen von Erwerbs- und Sorgearbeit. Im Rahmen der Mehrfachbelastung von Frauen war die fehlende Unterstützung durch den Partner in Sachen Hausarbeit und Kinderbetreuung Bestandteil der Diskussion. Denn viele Teilnehmerinnen, die selbst in den Familienernährerinnen-Status gekommen sind, beklagen sich über eine mangelnde Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Aber nicht nur über Probleme und Herausforderungen zu Hause und auf dem Arbeitsmarkt berichten die Teilnehmerinnen. In den Betrieben und Verwaltungen wird die Situation von Familienernährerinnen nicht thematisiert, in vielen Betrieben mangelt es schon an der Kenntnis darüber, wie viele der weiblich Beschäftigten die finanzielle Hauptverantwortung zu Hause tragen.

Daraus ergab sich die Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um einen Rollenwechsel voranzutreiben. Betriebe müssen die Möglichkeiten schaffen, dass beide Elternteile z.B. durch ein geringeres Arbeitsvolumen ihrer Erwerbs- und Fürsorgearbeit nachgehen können. Aber auch die Gesellschaft kann durch eine höhere Anerkennung und einen Bruch mit den veralteten Rollenbilder Familienernährerinnen unterstützen.

In Gruppenarbeiten wurden die selbst ausgewählten Themenkomplexe „Lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle“, „Weiterbildungsbeteiligung von Frauen fördern“ und „Minijobs und Befristungen vermeiden/reduzieren“ nach drei Kriterien bearbeitet: die Teilnehmerinnen berichten von bestehende Maßnahmen in ihrem Betrieb/Verwaltung, von den Handlungsbedarfe und von möglichen Herausforderungen bei der konkreten Umsetzung von Maßnahmen. Hier wurde schnell deutlich: Was Familienernährerinnen im Besonderen hilft, dient auch allen weiblich Beschäftigten.

Neben dem ersten Qualifizierungsseminar in Ulm zeigt die Bremer Fortsetzung, dass das Thema Familienernährerinnen dringend einen stärkeren Fokus benötigt. Mit Blick in die Zukunft lässt sich vermuten, dass immer mehr Frauen in die Rolle der Familienernährerin geraten - ob gewollt oder ungewollt. Auch das ist ein Grund warum die Teilnehmerinnen zukünftig als Multiplikator/innen für das Thema in Politik und Betrieben sensibilisieren möchten, um Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebenssituation von Familienernährerinnen in den Betrieben anzustoßen.

 

 
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